Familienaufstellungen

 
 

Die Familienaufstellung ist ein systemisches Verfahren, das es ermöglicht, das innere Bild seiner Familie (das jeder aus seiner individuellen Sicht unbewusst in sich trägt) sichtbar und spürbar zu machen.

In annähernd jeder Familie gibt es unerkannte Verstrickungen, problematische Beziehungen, belastende Krankheiten oder Themen, die Einzelne daran hindern können, erwünschte Lebenswege zu gehen bzw. -Ziele zu erreichen.

In der Aufstellung besteht die Möglichkeit, durch die Darstellung seiner Familie in Bezug auf Positionen (z.B.Nähe/Distanz) und Kommunikation (z.B. Blickkontakt, Gedanken, Gefühle) die Beziehungen bewusst zu machen, Verstrickungen zu lösen und schwere Gefühle und Belastungen zu verändern und in der Folge loszulassen.

Es geht um individuelle, kleine entlastende Veränderungsschritte, das Verstehen von zwischenmenschlichen Zusammenhängen (z.T. resultierend aus traumatischen- oder Kriegserfahrungen, Familiengeheimnissen o.a.), das Erarbeiten von Ressourcen, die in jeder Familie stecken und ein leichteres Gefühl für bestimmte Situationen im Leben und das innere Befinden. Ein häufiges Thema ist auch das "Auftauchen" fehlender Seelen/Menschen im Familiensystem - z.B. fehlgeborene, abgetriebene, früh verstorbene Kinder oder der sog. verlorene Zwilling/Drilling. Wenn nicht alle Mitglieder eines Systems integriert (und verabschiedet) sind, kann es zu großen Konflikten bis hin zu Erkrankungen führen. Andere Familienmitglieder ersetzen den/die Fehlenden oft 'energetisch'. Es ist wie bei einem Puzzle, bei dem noch ein letztes (oder ein paar) Teile fehlen - diese Lücken ziehen die Aufmerksamkeit besonders auf sich. Setzt man diese Teile ein, ist alles gut, ruhig und im Frieden.

Alle Zuschauer und Stellvertreter lernen auch für sich selbst immer mit, so dass jede Aufstellung Geben und Nehmen ist. Zum Schutz der/s Aufstellers/in ist Schweigepflicht selbstverständlich!!!

Was Familienaufstellungen wirklich sind und wie sie wirken, muss jeder Interessierte wohl erst persönlich erleben, um es richtig verstehen und verfühlen zu können. Einige Menschen vermeiden diese Erfahrung grundsätzlich oder lange Zeit und kritisieren bzw. werten diese Methode ab - oft aus (meist unbewusster) Angst vor den möglichen Erkenntnissen, schweren Gefühlen und evtl. nötigen Veränderungen. Ich höre von neuen Teilnehmer/innen häufig von Ärger über sich selbst, nicht schon viel früher hier gewesen zu sein. Therapeutisch gut geführte Aufstellungen führen zu Entlastung, mehr Klarheit, Bewusstheit von Zusammenhängen und möglichen Ursachen und besserem Befinden. Sie wirken sich meist auch "wie von Zauberhand" auf die nicht anwesenden Angehörigen aus. Es ist nichts Mystisches daran, denn im Universum ist alles mit allem verbunden.

Ich grenze mich ausdrücklich von der Arbeit Bert Hellingers ab. Seine Haltung und Theorien sind für mich in Teilen gut, einiges daran widerspricht mir jedoch gänzlich.